Dienstleistungsverträge

Mustervertrag für beglaubigte Übersetzungen bereit

Dieser Mustervertrag für beglaubigte Übersetzungen hilft Auftraggebern und Übersetzerinnen oder Übersetzern, den Umfang des Auftrags, die zu übersetzenden Unterlagen, Vergütung, Lieferfrist, Vertraulichkeit und Verantwortlichkeiten klar festzuhalten. Das Dokument ist besonders für Übersetzungen zur Vorlage bei Behörden, Gerichten, Hochschulen oder anderen Stellen geeignet.

Ein Vertrag für beglaubigte Übersetzungen schafft Klarheit zwischen Auftraggeber und Übersetzer über Inhalt, Preis und Liefertermin. Er ist besonders wichtig, wenn Urkunden, Zeugnisse, Bescheide oder gerichtliche Unterlagen bei Behörden oder anderen offiziellen Stellen eingereicht werden sollen. Das Muster hilft dabei, Erwartungen nachvollziehbar zu dokumentieren und typische Missverständnisse zu vermeiden. Je nach Land gelten für die Beglaubigung und die Berufsbezeichnung unterschiedliche rechtliche Vorgaben.

Zweck des Vertrags

Mit einem Vertrag für beglaubigte Übersetzungen wird ein Dienstleistungsverhältnis schriftlich festgehalten. Er beschreibt, welche Dokumente übersetzt werden, in welche Zielsprache die Übertragung erfolgen soll und ob eine formelle Bescheinigung der Vollständigkeit und Richtigkeit beigefügt wird.

Die Vereinbarung schützt beide Seiten: Der Auftraggeber erhält eine verbindliche Leistungsbeschreibung, während der Übersetzer den Umfang seines Auftrags und die Vergütungsgrundlage eindeutig festlegen kann.

Wesentliche Angaben im Übersetzungsauftrag

Die Unterlagen sollten möglichst genau bezeichnet werden, etwa durch Dokumentart, Ausstellungsdatum, Seitenzahl und Sprache des Ausgangstextes. Bei unleserlichen Kopien, handschriftlichen Ergänzungen oder fehlenden Seiten sollte vor Beginn der Arbeit geklärt werden, wie damit umzugehen ist.

Parteien und Kommunikationswege

Neben Namen und Anschriften gehören eine erreichbare E-Mail-Adresse sowie eine eindeutige Kontaktperson in den Vertrag. So können Rückfragen zu Eigennamen, Stempeln, Abkürzungen oder fachlichen Begriffen zügig beantwortet werden.

VertragsfeldZweckHäufiger Fehler
AusgangsdokumentBestimmt den genauen ÜbersetzungsumfangKeine Angabe zu Seitenzahl oder Anlagen
ZielspracheLegt fest, in welche Sprache übersetzt wirdNur „Deutsch“ statt der konkret erforderlichen Sprachfassung
LieferterminRegelt den Zeitpunkt der ÜbergabeKeine Regelung für Verzögerungen durch Rückfragen
VergütungDefiniert Honorar, Auslagen und UmsatzsteuerUnklar, ob die Beglaubigung im Preis enthalten ist
LieferformatBestimmt Original, Scan oder digitale DateiUnklare Anforderungen der empfangenden Stelle

Vergütung, Kosten und Zahlungsbedingungen

Die Vergütung kann nach Zeilen, Wörtern, Normseiten, Stunden oder als Pauschalpreis vereinbart werden. Zusätzliche Leistungen wie Eilbearbeitung, Formatierung, Recherche, Versand oder weitere Ausfertigungen sollten getrennt ausgewiesen werden.

Umsatzsteuer und Auslagen

Im Vertrag sollte erkennbar sein, ob Beträge netto oder brutto genannt werden und ob Umsatzsteuer anfällt. Ebenso empfiehlt sich eine Regelung über Portokosten, Kurierdienste sowie Gebühren für beglaubigte Papierausfertigungen.

Fristen, Abnahme und Nachbesserung

Ein realistischer Liefertermin berücksichtigt Umfang, Lesbarkeit, Fachgebiet und notwendige Rückfragen. Der Auftraggeber sollte Unterlagen und verbindliche Vorgaben rechtzeitig bereitstellen, damit der Übersetzer die Frist einhalten kann.

Für sachliche Fehler oder Auslassungen kann eine angemessene Frist zur Nachbesserung vereinbart werden. Stilistische Änderungen, die nicht auf einem Übersetzungsfehler beruhen, können dagegen als Zusatzleistung behandelt werden.

  1. Auftraggeber übermittelt vollständige und lesbare Unterlagen.
  2. Übersetzer prüft Umfang, Machbarkeit und Liefertermin.
  3. Beide Parteien bestätigen Preis, Leistungsumfang und Bedingungen.
  4. Die Übersetzung wird geliefert, geprüft und nach den vereinbarten Regeln bezahlt.

Bearbeitbare Vorlage

Dokumentvorlage

MUSTERVERTRAG FÜR BEGLAUBIGTE ÜBERSETZUNGEN

Ort: ____________________     Datum: ____________________

Zwischen

Auftraggeber
Name/Firma: ____________________
Anschrift: ____________________
Vertreten durch: ____________________
E-Mail / Telefon: ____________________

und

Übersetzer / Übersetzerin
Name/Firma: ____________________
Anschrift: ____________________
Beeidigung/Ermächtigung (soweit vorhanden): ____________________
E-Mail / Telefon: ____________________

wird folgender Vertrag geschlossen:

VariableVereinbarung
Ausgangsdokument(e)____________________
Ausgangssprache____________________
Zielsprache____________________
Umfang (Seiten/Wörter/Zeilen)____________________
Verwendungszweck____________________
Liefertermin____________________
Lieferformat / Anzahl Ausfertigungen____________________
Vergütung netto____________________ EUR
Umsatzsteuer / Gesamtbetrag____________________ EUR
Zahlungsfrist____________________
  1. Leistungsgegenstand. Der Übersetzer übernimmt die Übersetzung der in der Tabelle bezeichneten Unterlagen aus der Ausgangssprache in die vereinbarte Zielsprache einschließlich der vereinbarten Beglaubigung.
  2. Unterlagen und Mitwirkung. Der Auftraggeber stellt vollständige, lesbare und rechtmäßig verwendbare Unterlagen rechtzeitig zur Verfügung. Rückfragen des Übersetzers beantwortet er unverzüglich.
  3. Vergütung. Der Auftraggeber zahlt die vereinbarte Vergütung zuzüglich vereinbarter Auslagen und gegebenenfalls gesetzlicher Umsatzsteuer. Zusätzliche Leistungen, insbesondere Eilbearbeitung oder Änderungen nach Auftragserteilung, bedürfen einer gesonderten Vereinbarung.
  4. Lieferung. Die Übergabe erfolgt zum vereinbarten Termin und im vereinbarten Format. Verzögerungen aufgrund fehlender Unterlagen, unklarer Vorgaben oder nicht beantworteter Rückfragen verlängern die Lieferfrist angemessen.
  5. Nachbesserung. Der Auftraggeber teilt nachvollziehbare Mängel innerhalb von ____________________ Tagen nach Erhalt mit. Der Übersetzer erhält Gelegenheit zur angemessenen Nachbesserung.
  6. Vertraulichkeit und Datenschutz. Der Übersetzer behandelt die überlassenen Unterlagen und alle daraus gewonnenen Informationen vertraulich und verarbeitet personenbezogene Daten nur soweit dies zur Vertragsdurchführung erforderlich ist.
  7. Verantwortung für Formalitäten. Der Auftraggeber ist für die Anforderungen der empfangenden Stelle sowie für gegebenenfalls erforderliche Apostillen, Legalisationen und die Echtheit der Ausgangsdokumente verantwortlich, soweit schriftlich nichts anderes vereinbart wurde.
  8. Schlussbestimmungen. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen der Textform. Sollte eine Bestimmung unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.

Besondere Vereinbarungen: ____________________________________________________________________________________

________________________________________________________________________________________________________

____________________________
Ort, Datum, Unterschrift Auftraggeber

____________________________
Ort, Datum, Unterschrift Übersetzer / Übersetzerin

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Vertraulichkeit und Datenschutz

Beglaubigte Übersetzungen betreffen häufig sensible personenbezogene Daten, etwa aus Personenstandsurkunden, medizinischen Unterlagen oder behördlichen Bescheiden. Deshalb sollte der Übersetzer zur vertraulichen Behandlung der Unterlagen und der darin enthaltenen Informationen verpflichtet werden.

Der Vertrag kann außerdem festlegen, auf welchem Weg Dateien übermittelt, wie lange sie gespeichert und wann sie gelöscht oder zurückgegeben werden. Bei digitalen Übermittlungen sind angemessene Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll.

  • Vollständige Bezeichnung aller Ausgangsdokumente
  • Verbindliche Ziel- und gegebenenfalls Gebrauchssprache
  • Honorar einschließlich möglicher Zusatzkosten
  • Liefertermin und vereinbartes Übergabeformat
  • Regelungen zu Vertraulichkeit und Datenschutz
Vor der Beauftragung sollte der Auftraggeber bei der empfangenden Behörde klären, ob eine Übersetzung durch einen in Deutschland allgemein beeidigten oder ermächtigten Übersetzer verlangt wird und ob eine Papierausfertigung erforderlich ist.

Besonderheiten beglaubigter Übersetzungen

In Deutschland werden Übersetzer je nach Bundesland beispielsweise allgemein beeidigt, öffentlich bestellt oder ermächtigt. Die konkrete Anerkennung einer Übersetzung kann von der zuständigen Behörde, dem Verwendungszweck und gegebenenfalls von internationalen Vorgaben abhängen.

Eine beglaubigte Übersetzung ersetzt weder die Prüfung der Echtheit des Ausgangsdokuments noch notwendige Apostillen oder Legalisationen. Der Vertrag sollte daher klarstellen, dass diese zusätzlichen Formalitäten grundsätzlich beim Auftraggeber liegen, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Häufig gestellte Fragen

Muss jede Übersetzung beglaubigt werden?

Nein. Eine Beglaubigung ist nur erforderlich, wenn die empfangende Stelle sie verlangt oder der Verwendungszweck dies nahelegt. Vorab sollte immer bei der zuständigen Behörde oder Institution nachgefragt werden.

Kann eine beglaubigte Übersetzung digital geliefert werden?

Das hängt von den Anforderungen der empfangenden Stelle ab. Manche Stellen akzeptieren digitale Ausfertigungen, andere verlangen das unterschriebene und gestempelte Papieroriginal.

Wer trägt die Kosten bei nachträglichen Änderungen?

Beruhen Änderungen auf einem Fehler in der Übersetzung, sollte der Übersetzer diese im vereinbarten Rahmen korrigieren. Neue Vorgaben, zusätzliche Seiten oder Änderungen am Ausgangstext sind üblicherweise gesondert zu vergüten.

Referenzen

Geschrieben von

Stefano Barcellos

Editor responsable

Es el editor responsable de Cidesp Docs: define qué modelos entran en el catálogo, cómo se estructuran y con qué palabras se explican. Todo texto pasa por sus manos antes de publicarse. Su criterio de partida es simple: quien busca un modelo de documento no quiere aprender redacción jurídica, quiere resolver algo hoy y sin ambigüedades. Por eso cada modelo se revisa en voz alta, se prueba con los campos vacíos a la vista y se descarta cualquier fórmula que esté ahí solo por costumbre. Trabaja con una regla fija: si una frase hay que leerla dos veces, se reescribe. No por estilo, sino porque una frase confusa en un documento es un problema que aparece más tarde, cuando ya nadie puede corregirlo.

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