Webhostingvertrag: sofort nutzbares Vertragsmuster
Dieses anpassbare Muster für einen Webhostingvertrag hilft bei der schriftlichen Vereinbarung von Serverleistungen, Speicherplatz, Domains, Vergütung, Laufzeit, Verfügbarkeit, Support, Datensicherung und Kündigung. Es eignet sich für Vereinbarungen zwischen Hosting-Anbietern und gewerblichen oder privaten Kundinnen und Kunden.
Ein Webhostingvertrag regelt die Bereitstellung technischer Infrastruktur für Websites, E-Mail-Postfächer, Datenbanken und gegebenenfalls Domains. Er schafft Klarheit darüber, welche Leistungen der Hosting-Anbieter schuldet und welche Pflichten die Kundin oder der Kunde übernimmt. Besonders wichtig sind eindeutige Angaben zu Verfügbarkeit, Vergütung, Support, Datensicherung und dem Umgang mit personenbezogenen Daten. Ein schriftliches Vertragsmuster reduziert Missverständnisse und erleichtert eine nachvollziehbare Zusammenarbeit.
Wofür ein Webhostingvertrag benötigt wird
Webhosting ist regelmäßig eine fortlaufende Dienstleistung: Der Anbieter stellt Speicherplatz, Rechenleistung, Netzwerkanbindung und technische Verwaltung bereit. Der Vertrag sollte deshalb den Leistungsumfang präzise beschreiben und nicht allein auf allgemeine Werbeaussagen oder eine Tarifbezeichnung verweisen.
Je nach Projekt kann der Vertrag auch Zusatzleistungen wie Domainverwaltung, SSL-Zertifikate, E-Mail-Dienste, Managed Server, Sicherheitsüberwachung oder Wiederherstellung von Sicherungen erfassen. Für individuelle Anforderungen empfiehlt sich eine Anlage mit einer konkreten Leistungsbeschreibung.
Typische Vertragsparteien
Vertragsparteien sind in der Regel ein Hosting-Anbieter und eine Kundin oder ein Kunde. Bei Unternehmen sollten die vollständige Firmenbezeichnung, Rechtsform, Anschrift und die vertretungsberechtigte Person aufgenommen werden. Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sind die gesetzlichen Informations- und Verbraucherschutzpflichten besonders zu beachten.
Diese Punkte gehören in den Vertrag
Der Vertrag sollte technische und wirtschaftliche Punkte in nachvollziehbarer Form zusammenführen. Unklare Formulierungen bei Speicherplatz, Datenverkehr, Reaktionszeiten oder Zusatzkosten führen häufig zu späteren Streitigkeiten.
| Vertragsfeld | Zweck | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Leistungsumfang | Beschreibt Server, Speicher, Domains und Zusatzdienste. | Nur eine unbestimmte Tarifbezeichnung nennen. |
| Verfügbarkeit | Definiert zugesagte Betriebszeit und Ausnahmen. | Wartungsfenster nicht erwähnen. |
| Vergütung | Regelt Preis, Zahlungsintervall und Umsatzsteuer. | Zusatzleistungen und Preisanpassungen offenlassen. |
| Datensicherung | Legt Umfang, Rhythmus und Wiederherstellung fest. | Automatische Backups als selbstverständlich ansehen. |
| Kündigung | Bestimmt Laufzeit, Fristen und Datenübergabe. | Keinen Zeitraum für den Datenexport festlegen. |
Leistungsbeschreibung und Service-Level
Vereinbaren Sie messbare Werte, soweit sie für das Angebot relevant sind. Dazu zählen etwa Speicherplatz, zulässiger Datenverkehr, Anzahl von Postfächern, technische Ressourcen, Supportzeiten sowie eine jährliche oder monatliche Verfügbarkeit.
Ausnahmen, etwa angekündigte Wartungsarbeiten, Sicherheitsmaßnahmen oder Störungen bei externen Netzen, sollten transparent eingegrenzt werden. Eine Service-Level-Vereinbarung kann als Anlage Bestandteil des Vertrags sein.
Bearbeitbare Vorlage
Dokumentvorlage
WEBHOSTINGVERTRAG
geschlossen zwischen
Hosting-Anbieter:
____________________
____________________
vertreten durch: ____________________
und
Kundin/Kunde:
____________________
____________________
vertreten durch: ____________________
Ort: ____________________
Datum: ____________________
Vertragsdaten
| Angabe | Vereinbarung |
|---|---|
| Hosting-Paket / Leistungsumfang | ____________________ |
| Domain(s) | ____________________ |
| Speicherplatz / technische Ressourcen | ____________________ |
| Verfügbarkeit / Service-Level | ____________________ |
| Vergütung und Zahlungsintervall | ____________________ |
| Vertragsbeginn und Mindestlaufzeit | ____________________ |
| Kündigungsfrist | ____________________ |
| Support-Ansprechpartner | ____________________ |
Vereinbarung
- Leistungsgegenstand. Der Hosting-Anbieter stellt der Kundin/dem Kunden die in der Tabelle und gegebenenfalls in Anlage 1 beschriebenen Hosting-Leistungen zur Verfügung.
- Verfügbarkeit und Wartung. Der Hosting-Anbieter erbringt die Leistungen mit der vereinbarten Verfügbarkeit. Planbare Wartungsarbeiten werden, soweit möglich, rechtzeitig angekündigt. Einzelheiten ergeben sich aus: ____________________.
- Pflichten der Kundin/des Kunden. Die Kundin/Der Kunde ist für die Rechtmäßigkeit der gespeicherten und veröffentlichten Inhalte verantwortlich, schützt Zugangsdaten vor unbefugtem Zugriff und unterlässt Handlungen, die den Betrieb der Systeme beeinträchtigen können.
- Datensicherung. Datensicherungen werden wie folgt durchgeführt: ____________________. Für zusätzliche eigene Sicherungen ist verantwortlich: ____________________.
- Vergütung. Die Vergütung beträgt ____________________ EUR zuzüglich/inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer und ist ____________________ fällig. Zusätzliche Kosten entstehen nur gemäß folgender Vereinbarung: ____________________.
- Datenschutz. Soweit eine Verarbeitung personenbezogener Daten im Auftrag erfolgt, schließen die Parteien eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung als Anlage zu diesem Vertrag.
- Laufzeit und Kündigung. Der Vertrag beginnt am ____________________ und läuft bis ____________________. Er kann mit einer Frist von ____________________ zum ____________________ gekündigt werden. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
- Daten nach Vertragsende. Nach Vertragsende erhält die Kundin/der Kunde Gelegenheit, die gespeicherten Daten bis zum ____________________ zu exportieren. Anschließend erfolgt die Löschung, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.
- Schlussbestimmungen. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen mindestens der Textform, soweit nicht eine strengere Form gesetzlich vorgeschrieben ist. Es gilt das Recht von ____________________, soweit gesetzlich zulässig.
Anlagen: ____________________
______________________________
Ort, Datum
______________________________
Hosting-Anbieter
______________________________
Kundin/Kunde
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Datenschutz und Datensicherheit
Verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag der Kundschaft, kann eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO erforderlich sein. Ob dies der Fall ist, hängt von der konkreten Rollenverteilung und den Verarbeitungsvorgängen ab.
Der Vertrag sollte außerdem festhalten, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen vorgesehen sind, wo Daten verarbeitet werden und wie Sicherheitsvorfälle kommuniziert werden. Bei Übermittlungen in Drittstaaten sind die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen gesondert zu prüfen.
- Verarbeitete Datenkategorien und betroffene Personen benennen.
- Verantwortlichkeiten für Zugangsdaten und Berechtigungen festlegen.
- Backup-Rhythmus, Aufbewahrungsdauer und Wiederherstellung bestimmen.
- Regeln für Sicherheitsmeldungen und technische Wartung aufnehmen.
- Datenrückgabe oder Löschung nach Vertragsende vereinbaren.
Praktischer Hinweis: Halten Sie die zugesicherten Hosting-Leistungen in einer konkreten Anlage fest und bewahren Sie Änderungen schriftlich oder in nachvollziehbarer Textform auf.
Vergütung, Laufzeit und Kündigung
Die Vergütung sollte als Netto- oder Bruttopreis bezeichnet werden und das Zahlungsintervall eindeutig nennen. Ebenso sind Kosten für Einrichtung, Domainverlängerung, Mehrverbrauch, Support außerhalb der vereinbarten Zeiten und Wiederherstellungsleistungen klar auszuweisen.
Bei befristeten Verträgen sind Beginn, Mindestlaufzeit, Verlängerung und ordentliche Kündigungsfrist zu bestimmen. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt im rechtlich zulässigen Umfang regelmäßig unberührt.
- Leistungsumfang und technische Anlage abstimmen.
- Vergütung, Abrechnungszeitraum und Zahlungsweg eintragen.
- Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfristen festlegen.
- Datenschutzvereinbarung und Ansprechpartner ergänzen.
Pflichten der Kundschaft und Haftung
Die Kundschaft bleibt grundsätzlich für die Inhalte, die sie auf dem Hosting-System speichert oder öffentlich zugänglich macht, verantwortlich. Sie sollte insbesondere rechtmäßige Inhalte bereitstellen, Zugangsdaten schützen und keine schädlichen oder die Infrastruktur beeinträchtigenden Anwendungen einsetzen.
Haftungsregelungen müssen dem anwendbaren Recht entsprechen und dürfen insbesondere bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit, Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie zwingenden gesetzlichen Ansprüchen nicht unzulässig eingeschränkt werden. Bei Verträgen mit Verbraucherinnen und Verbrauchern gelten zusätzliche Anforderungen an Allgemeine Geschäftsbedingungen.
Häufige Fragen zum Webhostingvertrag
Ist eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung immer notwendig?
Nein. Sie ist insbesondere dann relevant, wenn der Hosting-Anbieter personenbezogene Daten weisungsgebunden für die Kundschaft verarbeitet. Die konkrete Einordnung sollte anhand der tatsächlichen Verarbeitung geprüft werden.
Wer ist für Backups verantwortlich?
Das ergibt sich aus dem Vertrag. Ohne ausdrückliche Vereinbarung sollte sich die Kundschaft nicht darauf verlassen, dass vollständige und jederzeit wiederherstellbare Sicherungen erstellt werden.
Kann der Anbieter bei rechtswidrigen Inhalten sperren?
Eine Sperrung kann unter Umständen zulässig oder erforderlich sein. Voraussetzungen, Ablauf, Benachrichtigung und die Möglichkeit einer Stellungnahme sollten im Vertrag oder in wirksam einbezogenen Bedingungen geregelt werden.