Schenkungsvertrag: sofort nutzbares Muster zum Ausfüllen
Dieses Muster für einen Schenkungsvertrag hilft dabei, eine unentgeltliche Zuwendung von Geld, Gegenständen oder anderen Vermögenswerten nachvollziehbar festzuhalten. Es enthält Angaben zu den Parteien, zum Schenkungsgegenstand, zur Übergabe, zu möglichen Auflagen sowie zu steuerlichen und formalen Hinweisen.
Ein Schenkungsvertrag dokumentiert, dass eine Person einer anderen Person einen Vermögenswert unentgeltlich zuwendet. Das Muster eignet sich für Geld, bewegliche Sachen und weitere klar beschreibbare Gegenstände. Eine schriftliche Vereinbarung schafft Transparenz über den Schenkungsgegenstand, den Zeitpunkt der Übergabe und etwaige Auflagen. Bei größeren Vermögenswerten oder besonderen Rechtsfolgen sollte die Formbedürftigkeit vorab geprüft werden.
Was ein Schenkungsvertrag regelt
Mit einem Schenkungsvertrag erklärt der Schenker, dem Beschenkten einen bestimmten Gegenstand oder Betrag ohne Gegenleistung zu überlassen. Der Beschenkte nimmt die Zuwendung an. Eine eindeutige Beschreibung verhindert spätere Meinungsverschiedenheiten über Umfang und Bedingungen der Schenkung.
Nach deutschem Recht kann das Schenkungsversprechen grundsätzlich eine notarielle Beurkundung erfordern. Wird die Schenkung jedoch tatsächlich vollzogen, kann ein Formmangel unter Umständen geheilt sein. Für Grundstücke, Gesellschaftsanteile oder komplexe Vermögenswerte gelten regelmäßig zusätzliche Anforderungen.
Abgrenzung zu Darlehen und Verkauf
Anders als bei einem Darlehen besteht keine Rückzahlungspflicht. Anders als bei einem Kaufvertrag schuldet der Beschenkte grundsätzlich keine Gegenleistung. Werden Pflichten vereinbart, etwa eine Pflegeauflage, müssen diese präzise als Auflage oder Bedingung formuliert werden.
Wichtige Angaben im Muster
Vollständige Personalien, eine genaue Bezeichnung des Schenkungsgegenstands und der Übergabetermin gehören in jede Vereinbarung. Bei Geld sollte der Betrag sowohl in Ziffern als auch in Worten genannt werden. Bei Sachen sind Zustand, Identifikationsmerkmale und gegebenenfalls Zubehör aufzunehmen.
| Feld im Vertrag | Zweck | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Parteidaten | Identifikation von Schenker und Beschenktem | Unvollständige Anschrift oder fehlendes Geburtsdatum |
| Schenkungsgegenstand | Bestimmt, was übertragen wird | Zu allgemeine Beschreibung des Gegenstands |
| Wert der Schenkung | Dokumentation für Steuer und Nachweis | Kein nachvollziehbarer Wertansatz |
| Übergabezeitpunkt | Legt den Vollzug der Schenkung fest | Unklare Formulierung wie „baldmöglichst“ |
| Auflage oder Bedingung | Regelt zusätzliche Pflichten | Pflichten ohne konkrete Frist oder Inhalt |
Vorbereitung vor der Unterzeichnung
Prüfen Sie zunächst, ob der Schenker verfügungsberechtigt ist und ob Rechte Dritter betroffen sein können. Bei wertvollen Gegenständen ist ein Nachweis über Eigentum, Wert und Übergabe besonders sinnvoll. Bewahren Sie die unterschriebene Vereinbarung zusammen mit Belegen, Überweisungsnachweisen oder Übergabeprotokollen auf.
Unterlagen sinnvoll ergänzen
- Ausweiskopien oder eindeutige Identitätsangaben der Parteien
- Nachweis über den Wert des Schenkungsgegenstands
- Fotos und Seriennummern bei beweglichen Sachen
- Überweisungsbeleg bei einer Geldschenkung
- Übergabeprotokoll oder Empfangsbestätigung
Bearbeitbare Vorlage
Dokumentvorlage
SCHENKUNGSVERTRAG
geschlossen in ____________________ am ____________________
zwischen
Herrn/Frau ____________________, geboren am ____________________, wohnhaft in ____________________,
– nachfolgend „Schenker“ –
und
Herrn/Frau ____________________, geboren am ____________________, wohnhaft in ____________________,
– nachfolgend „Beschenkter“ –
wird folgender Schenkungsvertrag geschlossen:
| Angabe | Eintrag |
|---|---|
| Schenkungsgegenstand | ____________________ |
| Art der Schenkung | Geld / Sache / sonstiger Vermögenswert: ____________________ |
| Wert der Schenkung | EUR ____________________ (in Worten: ____________________) |
| Übergabe- bzw. Übertragungsdatum | ____________________ |
| Übergabeort | ____________________ |
| Auflagen oder Bedingungen | ____________________ |
- Schenkungsgegenstand
Der Schenker schenkt dem Beschenkten unentgeltlich den in der vorstehenden Tabelle bezeichneten Schenkungsgegenstand. - Annahme
Der Beschenkte nimmt die Schenkung hiermit an. - Übergabe und Eigentumsübertragung
Die Übergabe beziehungsweise Übertragung erfolgt am ____________________. Mit Übergabe gehen Besitz und, soweit rechtlich zulässig, Eigentum auf den Beschenkten über. - Auflagen und Bedingungen
Es gelten folgende Auflagen oder Bedingungen: ____________________. Sofern keine Angaben gemacht werden, wird die Schenkung ohne Auflage und ohne Bedingung gewährt. - Gewährleistung
Die Schenkung erfolgt, soweit gesetzlich zulässig, unter Ausschluss der Sach- und Rechtsmängelhaftung. Hiervon unberührt bleiben Ansprüche wegen Vorsatzes oder arglistig verschwiegener Mängel. - Kosten und Steuern
Etwaige Kosten, Gebühren und steuerliche Pflichten trägt: ____________________. Jede Partei ist selbst für die Erfüllung ihrer gesetzlichen Anzeige- und Erklärungspflichten verantwortlich. - Schlussbestimmungen
Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen der Textform, soweit nicht gesetzlich eine strengere Form vorgeschrieben ist. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.
Der Schenker bestätigt, dass er über den Schenkungsgegenstand verfügungsberechtigt ist.
Der Beschenkte bestätigt den Erhalt beziehungsweise die Annahme des Schenkungsgegenstands.
______________________________
Ort, Datum
______________________________
Unterschrift Schenker
______________________________
Ort, Datum
______________________________
Unterschrift Beschenkter
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Steuern und Anzeige einer Schenkung
Schenkungen können schenkungsteuerliche Folgen haben. Die persönliche Steuerklasse, der Verwandtschaftsgrad, der Wert der Zuwendung und geltende Freibeträge sind dabei wesentlich. Auch wenn keine Steuer anfällt, kann eine Anzeigepflicht gegenüber dem Finanzamt bestehen.
Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten oder bei Schenkungen zwischen Personen mit unterschiedlichen Wohnsitzen kann weiteres Steuerrecht relevant sein. Lassen Sie die steuerliche Behandlung rechtzeitig individuell prüfen.
Empfehlung: Halten Sie Wert, Übergabe und Anlass der Schenkung schriftlich fest und bewahren Sie alle Nachweise dauerhaft auf, besonders bei größeren Beträgen oder Vermögensgegenständen.
So verwenden Sie das Muster
Füllen Sie alle Platzhalter lesbar und vollständig aus. Stimmen Sie insbesondere den Gegenstand, die Übergabeform und mögliche Auflagen zwischen den Parteien ab. Unterschreiben Sie erst, wenn beide Seiten den Inhalt verstanden haben.
- Parteidaten und Schenkungsgegenstand vollständig eintragen.
- Wert, Übergabezeitpunkt und mögliche Auflagen festlegen.
- Erforderliche Nachweise und Anlagen zusammenstellen.
- Dokument datieren, in ausreichender Zahl ausfertigen und unterschreiben.
Häufige Fragen zum Schenkungsvertrag
Ist ein Schenkungsvertrag immer notariell zu beurkunden?
Ein bloßes Schenkungsversprechen ist nach deutschem Recht grundsätzlich notariell zu beurkunden. Bei einer bereits vollzogenen Schenkung kann der Formmangel geheilt sein; bei bestimmten Vermögenswerten, insbesondere Grundstücken, gelten besondere Formvorschriften.
Kann eine Schenkung zurückgefordert werden?
Eine Rückforderung kommt nur unter gesetzlich oder vertraglich vorgesehenen Voraussetzungen in Betracht, etwa bei Verarmung des Schenkers oder bei grobem Undank. Die konkrete Beurteilung hängt vom Einzelfall ab.
Muss eine Geldschenkung schriftlich festgehalten werden?
Für kleinere sofort überwiesene oder übergebene Geldbeträge ist eine schriftliche Vereinbarung nicht zwingend erforderlich. Sie ist jedoch als Beweis für Anlass, Betrag, Zeitpunkt und Beteiligte dringend empfehlenswert.